Scheibenberg - Schwere Brände

Feuer in der Stadt

FEUER! - Wenn dieser Ruf durch die Straßen schallte, war der Ort in größter Not. Brände, die ganze Orte verzehrten, heutzutage kaum vorstellbar, waren in früheren Zeiten "nichts Ungewöhnliches", aber trotzdem mit die größte Katastrophe, die man sich vorstellen konnte. Auch Scheibenberg erlitt mehrfach verheerende Stadtbrände, die vor allem durch die damals übliche Bauweise (Holzfachwerk wurde mit Lehm ausgefüllt) und fehlende Löschtechnik ermöglicht wurden.
Bereits sieben Jahre nach der Ostsgründung, ein heißer Sommer hatte alles Holzfachwerk ausgetrocknet, kam es zum wohl schlimmsten Brand der Ortsgeschichte, wobei Scheibenberg fast vollständig nieder brannte. Nur die Kirche und das Rathaus blieben stehen.
Häufig waren neben Blitzschlag der Mensch selbst, absichtlich oder aus Unaufmerksamkeit, der Brandstifter. So legten 1632 Holck´sche Reiter in Simon Feists Haus Feuer, welches rasch auf 18 Häuser übergriff. Auch am 1. Mai 1677 brannte es. Dabei fielen 45 Häuser an der Herrenstraße, darunter das Rathaus, das Brauhaus, die Fronfeste und zwölf Scheunen den Flammen zum Opfer. Zu einem unbeabsichtigtem Brand kam es, nachdem die Frau Kaspar Hammers den Stall vor dem ersten Viehaustreiben aus Aberglauben ausgeräuchert hatte. Die Einwohner der Stadt vertrieben daraufhin die Familie aus Scheibenberg.
Von vielen Bränden könnte man aus dieser Zeit noch berichten, aber auch in der jüngeren Geschichte brachen immer wieder Feuer aus, die zum Glück jedoch nicht mehr die Ausmaße annahmen, wie in den ersten Jahrhunderten seit bestehen der Stadt. Das ist sicherlich in nicht geringem Maße der Freiwilligen Feuerwehr Scheibenberg zu danken, die im Jahre 1862 gegründet wurde und damit zu den ältesten im Landkreis Annaberg gehört. Bevor diese entstand, gab es eine Donnerwache, welche sich bei Gewitter im Wachhäuschen auf dem Markt oder auch im Rathaus traf.

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MDR Sachsenspiegel am 2.02.09.2009 Brand im Gewerbegebiet am Bahnhof